Welche Unterlagen muss ich einem Antrag beifügen?

Wichtiger Hinweis

Ist bereits früher vom Bundesverwaltungsamt in Köln ein Staatsangehörigkeitsausweis (für einen Vorfahren oder einen unmittelbaren Verwandten aus derselben Stammlinie, z.B Bruder, Cousin) ausgestellt worden oder eine Einbürgerung erfolgt, so reicht die Vorlage einer Kopie des Staatsangehörigkeitsausweises bzw. der Einbürgerungsurkunde aus. Erwerbsgründe sind dann ab der folgenden Generation, Verlustgrunde ab dem Zeitpunkt der Ausstellung der Urkunde nachzuweisen.

Die Abstammung von dem Vorfahren, von dem man die deutsche Staatsangehörigkeit ableitet, muss lückenlos belegt werden. Gleichzeitig muss überprüft werden, ob Verlustgründe für die deutsche Staatsangehörigkeit eingetreten sind.

Alle nicht deutschsprachigen Dokumente müssen in Übersetzung vorgelegt werden. Bevor Sie die meist kostspieligen Übersetzungen anfertigen lassen, empfiehlt die Botschaft eine Vorprüfung der Originalurkunden auf Vollständigkeit und Erfolgsaussichten des Antrages.

Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit des Vorfahren

Die Geburt in Deutschland ist für sich allein kein ausreichender Nachweis. Es ist ein zusätzlicher Nachweis erforderlich, dass der Betreffende bei Auswanderung deutscher Staatsangehöriger war. Dies kann durch Reisepässe, frühere Heimatscheine, Melde – und Militärunterlagen etc. nachgewiesen werden.

Zu beachten ist, dass bis 1914 die Staatsangehörigkeit durch 10-jährigen legitimationslosen Aufenthalt im Ausland verloren gehen konnte.

Ein positiver Auszug aus der Konsularmatrikel reicht als Nachweis aus, dass die deutsche Staatsangehörigkeit zumindest nicht nach dieser Vorschrift verloren ging. Auszüge aus den Konsularmatrikeln können beim Bundesverwaltungsamt (BVA) angefordert werden.

Bei einer Negativbescheinigung besteht keine Aussicht auf eine positive Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit, wenn nicht zusätzliche Nachweise vorgelegt werden können, dass die Vorfahren zu einem späteren Zeitpunkt noch von deutschen Behörden als Deutsche betrachtet wurden. Die Bezeichnung als Deutscher in einer argentinischen Urkunde ist für sich allein gesehen kein ausreichender Nachweis.

Geburtsurkunden

Es müssen alle Geburtsurkunden vom Antragsteller aus gesehen aufwärts in jeder Generation bis zu dem Vorfahren, von dem die Staatsangehörigkeit ursprünglich abgeleitet wird, vorgelegt werden.

Heiratsurkunden

Zum Nachweis der ehelichen Abstammung ist die Vorlage der Heiratsurkunden der Eltern, Großeltern, eventuell auch der Urgroßeltern notwendig. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit durch Eheschließung erworben oder verloren hat, muss dies ebenfalls durch die Vorlage einer Heiratsurkunde nachweisen.
Verheiratete Antragsteller müssen außerdem die eigene Heiratsurkunde vorlegen.

Verheiratete oder geschiedene Antragsteller müssen außerdem die eigene Heiratsurkunde, ggf. mit Scheidungsvermerk, vorlegen.

Ob die maßgebliche Ehe gültig ist, beurteilt sich nach deutschem Recht. Dies kann bedeutsam sein, wenn die Ehe nicht in Deutschland geschlossen wurde und/oder die Eheschließenden bereits früher einmal verheiratet waren.

Mehrfache Ehen -Scheidung

Waren die Eltern, Großeltern usw. mehrfach verheiratet, müssen Unterlagen zu allen Ehen beider Ehepartner und ggf. deren Auflösung vorgelegt werden. Bei Abstammung von geschiedenen Eltern ist ein Nachweis über die Scheidung erforderlich, dies betrifft sowohl die Scheidung der leiblichen Eltern als auch die Scheidung der Eltern von früheren Ehepartnern. Unter Umständen ist ein Anerkennungsverfahren für eine nicht in Deutschland erfolgte Scheidung erforderlich.

Adoption

Wer die Staatsangehörigkeit über eine Adoption ableitet, muss sämtliche Unterlagen zum Adoptionsverfahren vorlegen.

Sterbeurkunden

Bei Vorfahren, die vor 1927 außerhalb Argentiniens geboren und bereits verstorben sind, muss zusätzlich eine Sterbeurkunde vorgelegt werden. Eine Sterbeurkunde ist auch erforderlich, wenn ein frühere Ehe des Vorfahren durch Tod des ersten Ehepartners aufgelöst wurde.

Meldebescheinigung

In Deutschland gibt es kein dem argentinischen Registro Nacional de Electores vergleichbares Zentralregister.
Ist bekannt, in welchem Ort in Deutschland der Vorfahre wohnhaft war, kann ggf. über das Einwohnermeldeamt oder das Archiv der entsprechenden Stadtverwaltung eine Bescheinigung angefordert werden, dass der Betreffende dort vor der vor der Auswanderung als deutscher Staatsangehöriger registriert war. Eine Musteranfrage ist auf dieser Homepage abrufbar.

Bescheinigungen über den Nichterwerb einer fremden Staatsangehörigkeit

Da der freiwillige Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit in den meisten Fällen den Verlust der deutschen zur Folge hatte, ist ein Nachweis über den Zeitpunkt des Erwerbs der fremden Staatsangehörigkeit erforderlich bzw. eine Bescheinigung über den Nichterwerb.
Wer in Argentinien geboren ist, besitzt die argentinische Staatsangehörigkeit bereits kraft Gesetzes. Dadurch tritt kein Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit ein. Die Vorlage des Registerauszuges erübrigt sich in diesen Fällen.

Ein- und Ausreisedaten

Oft muss das Datum der Auswanderung und der Einreise in Argentinien überprüft werden. Dazu kann die z.B. die Vorlage von Schiffspassagierlisten oder Passagen hilfreich sein.

Die vorstehende Aufzählung ist nur beispielhaft und nicht vollständig.
Im Einzelfall kann die Vorlage von weiteren Unterlagen erforderlich sein.

Die vorliegenden Seiten sollten Ihre Fragen in groben Zügen beantworten können.

Wir bitten um Verständnis, dass Fragen zum konkreten Einzelfall nicht per Telefon oder Mail ohne Einsicht in die Unterlagen geklärt werden können. Sollten Sie die Antwort auf Ihre Fragen hier nicht finden, sprechen Sie bitte mit allen Unterlagen persönlich in der Botschaft vor.